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Mit Lernkarten 'Wissens-Kolonien' gründen und ausbauen

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'Wissens-Kolonien' gründen

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'Wissens-Kolonien' gründen und ausbauen

Wissens-Kolonien gründen und ausbauen

Vorbemerkung

Welcher Faktor beeinflusst das Lernen am stärksten?

Anfang Oktober 2005 fand in Bielefeld ein Kongress statt, der sich mit dem Thema 'Methoden beim Lernen und Lehren' beschäftigte. Nach meiner Schätzung nahmen ungefähr 1.000 Personen daran teil; die bei weitem größte Gruppe stellten die LehrerInnen.

Einer der Hauptredner bei diesem Kongress war Prof. Dr. Diethelm Wahl von der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Er startete seinen Vortrag mit der einer Frage: "Welcher Faktor beeinflusst das Lernen am stärksten: die Motivation, die Intelligenz oder das Vorwissen ?"

Er bat die ZuhörerInnen, mittels unterschiedlich farbiger Abstimmungskarten um ihre Antwort. Wie die allermeisten anderen TeilnehmerInnen hatte auch ich mich für 'Motivation' entschieden.

Prof. Wahl berichtete danach von aktuellen Forschungsergebnissen, die zu einem anderen Ergebnis kommen:

  • Vorkenntnisse habe den größten Einfluss ("bis r = 0,7").

  • Den zweitgrößten Einfluss habe die Intelligenz ("von r = 0,5 absinkend auf r = 0,3 bis 0").

  • Motivation spiele die geringste Rolle ("r = 0,2 bis 0,3").

 

persönliche Anmerkungen:

Da ich aufgrund meiner Lebenserfahrung die Motivation sehr hoch einschätze und andererseits aber auch schon zahlreiche Beispiele erlebt hatte, dass
die Wissenschaft zunächst 'eindeutige' Beweise für bestimmte Aussagen gefunden zu haben glaubte (zum Beispiel zur Funktionsaufteilung der beiden Gehirnhälften), die später genauso eindeutig von ihr widerlegt wurden, habe ich Zweifel ... zumal ich auch die zugrunde gelegten Versuchsbedingungen nicht kenne.

 

Sofern die Motivation von den genannten drei Faktoren tatsächlich die geringste Rolle spielen sollte, dann könnte das als eine Aussage zur Menge aufgefasst werden. - Man könnte der Motivation aber auch eine Art 'An-/Aus-Schalterfunktion' zusprechen: Ohne Motivation ist Lernen (trotz Vorwissens und Intelligenz) eh kaum möglich!

Darüber hinaus: Ein großes Vorwissen impliziert bereits eine hohe Motivation am betreffenden Lerninhalt!

  1. Sonst wäre es gar nicht zu diesem Vorwissen gekommen.

  2. Wer bereits ein großes Vorwissen hat, wird viel eher motiviert sein, hierzu auch weitere / ergänzende Inhalte (kennen) zu lernen.


Obwohl ich selbst die Motivation als den wichtigsten Faktor eingeschätzt hatte, habe ich seit Jahren bei vielen Gelegenheiten auch auf die große Bedeutung des Vorwissens hingewiesen. In einem Interview, das ich Mitte September 2005 veröffentlicht hatte, hatte ich unter Anderem folgendes Denkmodell beschrieben:

"Das menschliche Gedächtnis funktioniert in gewisser Weise wie ein Klettenball, der aus lauter Einzelkletten besteht. Jede Klette besitzt viele klebrige und mit Widerhaken ausgerüstete Ärmchen, mit denen sie sich an anderen Kletten festhält. Ein Ball mit wenigen Kletten hat eine kleine Oberfläche, an der sich weitere Kletten 'andocken' können. Die Oberfläche eines großen Klettenballs bietet dagegen sehr viel mehr Andockmöglichkeiten für zusätzliche Kletten.

Genau so verhält es sich mit den Informationen in unserem Kopf: Je mehr Fachwissen zum Beispiel ein Mitarbeiter bereits besitzt, desto eher ist er in der Lage, ergänzendes Fachwissen aufzunehmen und zu behalten. - Stellen Sie sich bitte einmal vor, ein Fachmann und sein Auszubildender erhalten zur selben Zeit und in derselben Weise fünf neue Informationen zum betreffenden Fachgebiet: Wer von den beiden wird sich nach drei Tagen eher an die Details dieser Informationen erinnern können?

 

Das Gleiche gilt für Namen und auch für Fremdsprachenkenntnisse. Die erste Fremdsprache zu erlernen, ist meist am schwierigsten. Wer jedoch bereits fünf Fremdsprachen aus dem europäischen Sprachraum beherrscht, für den ist es deutlich einfacher, auch Japanisch zu erlernen als für einen Deutschen, der sich Japanisch als erste zu erlernende Fremdsprache ausgesucht hat." (das komplette Interview: hier)


Dass die Wissenschaft dem Vorwissen die größte Bedeutung beim Lernen beimisst, hat mich nachhaltig beeindruckt. Daraus entstand die Idee zu einem Projekt, das ich "Wissens-Kolonien gründen / ausbauen" nenne.
 

Vorbemerkung 2: Bedeutung der Allgemeinbildung

Ein umfassendes Allgemeinwissen ist eine gute Grundlage, um neue Lerninhalte aller Art leichter aufzunehmen und zu behalten: Es kann auch(!) die Basis sein für die ersten berufs-spezifischen Lerninhalte, die dann ihrerseits als Basis weiterer berufs-spezifischer Lerninhalte dienen.

 

Besonders effizient muss es deshalb sein, die Allgemeinbildung schon in sehr jungen Jahren in großem Umfang aufzubauen. Aber auch für die Älteren macht es Sinn, Ihr Wissen immer mehr zu erweitern.

 

Zu Erweiterung des Allgemein-Wissens gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, zum Beispiel Lesen von Büchern, Anschauen von Dokumentarfilmen, viele soziale Kontakte, usw.

 

 

'Wissenskolonien gründen'

 

Eine neue Möglichkeit, das Wissen sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen gezielt zu erweitern, ist ein spielerisches Verfahren, das ich als 'Wissens-Kolonien gründen' bezeichne: So wie die Gründung von Kolonien im alten Griechenland und im antiken Rom jeweils der Ausgangs-Punkt für weitere Eroberungen war, so können gezielt auch 'Wissens-Kolonien' gegründet werden, die dann von unserem Gehirn unbewusst als Ausgangs-Punkte für anschließende Wissens-Erweiterungen genutzt werden.

 

Wie das 'Wissens-Kolonien gründen' funktionieren kann, erleben Sie an einigen interaktiven Beispielen.

 

 

 

 


 

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